Rollenspiele und Rechtsoffenheit

"The balistic shot" by Ben Gun

„Warum hast du eigentlich einen bekannten Neonazi bei dir in der Freundesliste?“ „Ach, den kenn ich aus Forum XY, der ist total nett. Neonazi, sagst du, ist der?“ – Ein grandioser Einstieg für einen Streit, der so eine sozial fragile Rollenspielgruppe an den Rand der Spaltung bzw. ihrer Existenz bringen kann. Mit kaum einem Thema habe ich mich in den letzten Jahren im Zusammenhang mit Rollenspielen mehr auseinandergesetzt, als mit der Rechtsoffenheit von Mitspieler_innen. Machen wir uns nicht vor: nicht nur stellen Rollenspieler_innen einen Querschnitt durch die die deutsche Mehrheitsgesellschaft dar, mit ihren ganzen rassistischen Strukturen, Privilegienverteilung und was man nicht gerade an den Universitäten unter den Seminarennamen „Critical …“ verarbeitet. Auch bietet gerade der Fantasy/Mittelalter-Bezugsrahmen eine willkommene Anlaufstelle für Menschen, die ihre völkischen, rassistischen und neonazistischen Ansichten kritikfrei ausleben möchten. Viele Symboliken, die ansonsten als Identifizierungsmerkmale der extremen Rechten gelten, werden von Spieler_innen unreflektiert hingenommen oder selbst getragen – […]

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